Der Postillon – endlich wieder auf dem iPhone lesbar!


Fürth: Der Postillon kann sich über neue Leserschaft freuen. Wie kürzlich bekannt wurde, gab es seit einiger Zeit massive Probleme mit der Anzeige der Postilloninhalte auf dem iPhone. Benutzer beklagten sich erfolglos bei den „Stümpern von Campudus“, dass die Anzeige der Inhalte durch überlagernde Werbeanzeigen und Cookie Hinweise speziell auf dem iPhone mit Safari dazu führt, dass man nichts mehr lesen konnte.

Doch jetzt gibt es Abhilfe: seit einiger Zeit wird der neue Browser Brave auch für iOS angeboten. Dieser blockt lästige Werbung und ermöglicht es so, ungestört die brandneuen Meldungen auf Postillon lesen zu können.

R. aus M. beschreibt es so: „Seit ich Brave nutze, ist mein Postillon Erlebnis in vielerlei Hinsicht aufregender geworden. Die Seiten laden wesentlich schneller, weil die ganze lästige Werbung geblockt wird. Ich kann mittlerweile erkennen, was auf Postillon geschrieben wurde, weil die dämlichen Cookie-Hinweise und überlagernden Werbungsanzeigen endlich weg sind. Jetzt verstehe ich manche Meldungen viel besser, weil ich sie zum ersten Mal vollständig lesen kann.

Der für den Inhalt von Postillon verantwortliche Stefan Sichermann weist darauf hin, dass ja schon seit Urzeiten (1845) auf den Einsatz von Ad Blockern im Impressum hingewiesen würde, und es natürlich jedem User freigestellt sei, sich dieser Hilfsmittel zu bedienen. Er fände es nur angemessen, dass Leser seinen Reichtum dadurch mehren, indem sie seine Tätigkeit als Erfüllungsgehilfen von Google, Facebook und Co. nicht behindern. Immerhin würde er ja nicht Werbung machen, um Inhalte zu generieren sondern umgekehrt.

R. entgegnete hierzu: „Als halbwegs internet- und computeraffiner Mensch möchte ich gerne selbst darüber entscheiden, wem ich meine Nutzungsdaten anvertraue. Ich habe auch kein Problem, wenn Postillon mit Werbung Geld verdienen möchte. Aber wenn ich meine Browsereinstellungen verändere, kann es ja nicht sinnvoll und erwünscht sein, dass ich immer und immer wieder einen Cookie Hinweis wegklicken muss, der die gesamte Anzeige überlagert. Davon abgesehen, dass dieser Hinweis weder gesetzlich vorgeschrieben noch die eigentliche Wahlfreiheit des Anwenders adressiert (Nichtakzeptieren bedeutet Seite verlassen, Verzicht seitens des Anbieters, Cookies zuzulassen, wird gar nicht in Erwägung gezogen). Es muss unterstellt werden, dass sich Seitenbetreiber überhaupt nicht bewusst sind, mit welchen perfiden Methoden sich die Werbefirmen und Affiliate Netzwerke Zugang zu den Nutzungsdaten verschaffen. Da sind Cookies und die im Impressum beschriebenen Methoden noch die harmlosesten Vertreter.“

Sichermann kontert, dass sie mittlerweile in ihrem Impressum mehr als 90% des zur Verfügung stehenden Platzes für Datenabgriffshinweise und Beteuerungen aufwenden würden, damit die Nutzer darüber informiert würden, dass der Postillon doch seine Leser eigentlich lieben würde, und natürlich überhaupt keine Mauer abreißen möchte, die einzig und allein sicherstellt, dass die Werbeeinnahmen für den Postillon fließen. „Gut, dass hin und wieder mal der eigentliche Inhalt in den Hintergrund rückt, das muss der Anwender halt verschmerzen“, wiegelt der mittlerweile hundertfünfunndachtzigjährige, der als 14 Jahre alter Bub beim Postillon als Dienstbote seine steile Karriere begonnen hatte, ab. „Wissen Sie, wenn ich es nicht tue, dann macht’s halt ein anderer, gell.“

R. hält dagegen, dass ständig aufpoppende Werbeeinblendungen mit blinkendem Inhalt insbesondere bei EpileptikerInnen lebensbedrohliche Reaktionen hervorrufen können. Oftmals würden diese so überraschend zuschlagen, dass keine Reaktion zur Abwehr mehr möglich sei. Deshalb ist der Einsatz von Brave lebensrettend und notwendig. Natürlich werden sich jetzt mit Brave wieder viele Nutzer dem Postillon zuwenden. Allerdings werden dadurch die Werbeeinnahmen nicht unbedingt steigen.  Sobald aber Brave sein Werbemodell auch dem Postillon erklärt hat, könnte das ein Weg sein, Werbung wirklich zielgerichteter und effektiver zu platzieren und gleichzeitig dem Nutzer die Möglichkeit eröffnen, so wichtige Nachrichtenseiten wie den Postillon aus freiem Willen und nicht unter Zwang zu unterstützen.

Noch zeigt sich Sichermann unbeeindruckt: „Wissen Sie, die Bildzeitung hat es mit ihrem Online Portal doch bewiesen: wenn man die Inhalte für Leute sperrt, die einen Ad Blocker einsetzen, dann schalten sie den freiwillig aus, weil sie die Inhalte für so wichtig erachten. Gleiches gilt für den Postillon. Wenn wir merken, dass nur noch Ad Blocker eingesetzt werden, dann werden wir angemessen reagieren.“

Ob das jetzt eine Drohung oder ein Gelöbnis für nutzerorientierte Werbung war, konnten wir leider nicht mehr erfragen.

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