Der 9. November 2015 – Ein Zeichen gegen PEGIDA setzen!


München ist bunt!
München ist bunt!
Zugegeben, das Jahr hat nur 365 Tage und im Laufe der Jahrhunderte mehren sich an bestimmten Tagen die historischen Ereignisse, die an einem bestimmten Kalendertag stattgefunden haben, zwangsläufig. Der 9. November ist aber insbesondere aufgrund der jüngeren Geschichte ein merkwürdiger Tag. Am 9. November 1989 fiel die Mauer. Aber am 9. November 1938 fand auch die „Reichskristallnacht“ statt, in deren Folge besorgte Bürger staatlich geschützt hunderte „Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe“ zerstörten. Alles hinreichend bekannt, sollte man meinen.

Ausgerechnet aus den neuen Bundesländern tönen die Stimmen gegen die Flüchtlinge am lautesten. Dort herrscht auch der Irrglaube vor, man könne mit Zäunen die Grenzen sichern. Klar, wer Jahrzehnte hinter dem „antfaschistischen Schutzwall“ leben musste, hat vermutlich verinnerlicht, dass die Grenze durch ein Bauwerk wie der Mauer und dem Todesstreifen effektiv sein muss. Ist ja keiner unkontrolliert rein gekommen oder raus. Nicht, dass die DDR damals erstrebenswertes Zielland für Wirtschafts- oder Kriegsflüchtlinge gewesen wäre (außer für Vietnamesen, die in der DDR eine Heimat gefunden haben). Aber auch die Vietnamesen waren in den Zeiten der DDR durchaus nicht willkommen.

Jedem, dem sich der Zusammenhang zwischen den Parolen der Pegidisten und deren Sympathisanten nicht erschließt, empfehle ich einen Besuch im 2015 eröffneten NS Dokumentationszentrum in München und die Beschäftigung mit der Zeit, als die Nazis versucht haben, in München die Macht zu übernehmen. Wer hier die Parallelen nicht erkennt, die sich durch brennende Flüchtlingsheime und fremdenfeindliche Parolen geradezu aufdrängen, dem ist vermutlich nicht mehr zu helfen.

Aber an jenem geschichtsträchtigen 9. November des Jahres 2015 ausgerechnet, ist es nun amtlich: die fremdenfeindliche Pegida darf heute in München aufmarschieren. Warum es ausgerechnet dieser Montag sein muss, und nicht der morgige Dienstag, erschließt sich mir nicht. Das Gesetz schützt allerdings solche angemeldeten Versammlungen, auch die von Pegida und anderen Wirrköpfen. Das müssen wir aushalten. Aber das Gesetz schützt auch Gegendemonstrationen! Und dieses Zeichen muss gesetzt werden, damit niemand glauben muss, dass es nur eine schweigende Mehrheit gibt, sondern dass sich diese auch motivieren lässt, gegen Fremdenfeindlichkeit aufzustehen.

An dieser Stelle wollen wir eine Person nicht vergessen, die am 8. November 1938, also einen Tag, bevor die Pogrome begannen, ein Attentat auf Hitler durchgeführt hatte, dem dieser nur durch Zufall enging: Georg Elser. Nach demokratischen Maßstäben sind Attentate – egal in welche Richtung sie zielen – zu verurteilen. In der Retrospekive denkt aber vermutlich jeder, was der Welt erspart geblieben wäre, wenn Hitler damals zu Tode gekommen wäre. Ich persönlich glaube, dass ein anderer „Führer“ vielleicht nicht so lange agieren hätte können. Aber in der Bevölkerung gab es damals vermutlich eine tiefe Zustimmung zu solch nationalistischem Verhalten, die vielleicht auch ein anderer hätte aktivieren können, um die Welt in den Abgrund zu stoßen.

Heute sollten wir alle unsere demokratischen Rechte wahrnehmen und zeigen, dass die Mehrheit nicht fremdenfeindlich ist und ein klares Zeichen setzen:

Geht zu einer Gegendemo oder engagiert euch für die Flüchtlinge – egal, ob mit Geld oder Taten.

München ist bunt!

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