Und ihr haltet jetzt einfach mal die Klappe!


MiteinanderDaheimDie letzten Wochen waren unerträglich. Wann immer ein Beitrag zur Flüchtlingskrise in der Zeitung stand, wurden gefühlte 90 % der Kommentare – und es waren immer hunderte – scheinbar von praktizierenden oder verkappten Pegidisten verfasst. Hirn ausgeschaltet und unabhängig vom konkreten Thema einfach mal den Müll abgeladen, der vermeintlich deutsche Gutbürger bedrückt.

Eigentlich ist es ja ganz einfach, man muss die Kommentare nicht lesen, aber irgendwie hing ich der Illusion nach, dass man dem etwas entgegnen müsste, sachlich, nicht polemisch, einfach nur Fakten. Keine Chance! Mit rationalen Argumenten ist diesen braunen Einzellern, wie Michael Mittermeier sie passend tituliert hatte, nicht beizukommen.

Ich habe deshalb beschlossen, dieser Minderheit, deren Äußerungen und Shitstorms im Internet alles andere als repräsentativ sind, die vermeintlich für „die Deutschen“ spricht, einfach kein Gehör mehr zu schenken. Stattdessen werde ich mich bewusst nur noch mit den positiven Aspekten dieser Herausforderung befassen. Und dazu gibt es glücklicherweise zahlreiche vielfältige Beispiele. Im Bayerischen Rundfunk gibt es die Themenwoche „Miteinander Daheim“. Und es tut so gut, diejenigen Stimmen zu hören, die nicht von Angst und Hass erfüllt sind.

In keinem anderen Bundesland sind mehr Flüchtlinge angekommen als in Bayern. Es ist einfach wundervoll zu sehen, dass es hier eine Willkommenskultur gibt. Dass es eine riesige Anzahl an freiwilligen Helfern gibt, die sich auch nachts und am Wochenende bereitgehalten haben, die Menschen zu begrüßen, die teilweise seit Monaten unterwegs sind. Es gibt eine Vielzahl von Institutionen, Organisationen und Projekte, die sich derzeit aktiv einbringen. Selbstredend, dass die Staatsregierung diese Organisationen insbesondere in der aktuellen Situation unterstützen muss.

Jeder hat die Möglichkeit, sich aktiv oder passiv einzubringen, diese Situation zu meistern. Die nächste Sammelstelle, das nächste Flüchtlingsheim ist in der Regel nicht weit. Im Internet gibt es zahlreiche Projekte, die sich über aktive oder finanzielle Unterstützung freuen. Es tut einfach gut, das Gefühl zu haben, dass man helfen kann. Kauft den Song von Dreiviertelblut (Mia san ned nur mia) oder überweist einen Betrag auf das Konto der Sternstunden (Kto. 8000, BLZ 700 500 00 bei der Bayerischen Landesbank)

Ich habe Vertrauen in die Politik und in die Bundeskanzlerin. Nach ihrem Interview mit Anne Will vor wenigen Tagen gab es sogar Lob aus dem linken Lager. Angela Merkel hatte sehr rational und nachvollziehbar dargestellt, worin die aktuelle Problematik liegt und wie man ihr am besten begegnet: „Es gibt den Aufnahmestop nicht“ und „Ich möchte nicht mich beteiligen an einem Wettbewerb ‚Wer ist am unfreundlichsten zu den Flüchtlingen, und dann werden sie schon nicht kommen‘„. Dabei ging es neben dem ihr eigenen Pragmatismus auch um das, was das C im Namen ihrer Partei ausmacht: der Nächstenliebe oder, wenn man es weniger religiös geprägt wissen möchte, dem der Menschlichkeit.

Und das ist doch genau das, was unsere ach so viel zitierte abendländisch christliche Kultur ausmacht! Die so gerne zitierte „Leitkultur“ könnte ja genau das bedeuten, nämlich, dass wir uns nicht entgegen dieser christlich humanistischen Werte verhalten werden!

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