“Unser Dankeschön für Ihr Verständnis” Teil 2


Festnetz und Mobil werden eins
Mag Enta?

In Teil 1 berichtete ich darüber, wie der Wechsel in den neuen Magenta Tarif vonstatten ging und wie mir durch einen kleinen Fehler meine aktuell genutzte Multi-Sim-Karte durch die Telekom deaktiviert wurde. Eigentlich kann man bei der Telekom fast alles telefonisch erledigen. Aber eine kurzfristig benötigte Sim-Karte bekommt man leider nur im Telekom-Laden. Den meidet man wohl besser, wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen.

Nachdem der Vorfall mit der gelöschten Sim donnerstagabends passierte, nahm ich es locker denn am nächsten Morgen würde ich im Telekom-Laden meine vorhandene (Haupt-Karte) Micro-Sim in eine Nano-Sim tauschen lassen, was erfahrungsgemäß in wenigen Minuten erledigt ist.

Dachte ich. Um 9:30 Uhr treffe ich am Telekom-Laden ein, um dort zu erfahren, dass erst um 10:00 Uhr geöffnet wird. Ich hätte vielleicht sofort Verdacht schöpfen müssen, denn bereits um diese Zeit steht ein Mann vor dem Laden, der offensichtlich darauf wartet, dass geöffnet wird. Selber schuld denke ich noch, und gehe erst einmal etwas frühstücken. Als ich um 10:15 Uhr wieder am Laden eintreffe, erkenne ich bereits aus der Entfernung, dass mehrere Leute in einer Schlange anstehen.

Ein Snickers wäre gut gewesen …

Ich stelle mich also hinten an, und nach 10 Minuten wird mir klar: das wird hier etwas länger dauern. In der bisher verstrichenen Zeit ist die Schlange nicht kürzer geworden – und ich hab‘ auch kein Snickers dabei. Drei Mitarbeiter der Telkom bedienen drei Kunden, ohne dass man das Gefühl hat, dass etwas vorwärts geht. Schalter 1: ein älteres Ehepaar, Typ „unseren Winter verbringen wir auf Mallorca“, lässt sich von einem sehr sehr geduldigen Mitarbeiter ihr Handy erklären. Schalter 2: eine ältere Frau scheint einen Vertragswechsel vorzunehmen. Eine sehr freundliche Mitarbeiterin erklärt groß und breit die Konditionen und alles was einen dazu mehr oder weniger interessiert. Sie erklärt es auch, ohne gefragt worden zu sein, dreimal und immer wieder. Offensichtlich muss die Kundin einen sehr verwirrten Eindruck auf sie machen. Schalter 3: ein sehr alter Mann, der offenbar ebenfalls sehr von den Erklärungen überfordert zu sein scheint, wird von einem ebenfalls sehr geduldigen Mitarbeiter bedient. Und plötzlich, oh Wunder, Kunde 3 ist fertig, verlässt etwas orientierungslos aussehend den Laden und der erste von sechs wartenden Kunden wird jetzt bedient (ich nehme die Spannung vorweg: der Kunde wird nach mir den Laden verlassen).

In der Schlange stehen also noch fünf Kunden, die mehr oder weniger genervt dreinschauen. In der Ecke, leicht verdeckt durch eine Trennwand, sehe ich einen älteren Herrn an einem Tisch sitzen, der aber offensichtlich noch nicht bedient wird, sondern dort Platz genommen hat, weil es eine Zumutung wäre, ihn stehend warten zu lassen. Also sind doch noch sechs Leute vor mir, und wenn ich die bisherigen Erkenntnisse zusammenfasse, wird auch dieser Kunde sehr sehr viel Geduld und Zeit benötigen, um sein Anliegen gelöst zu bekommen. Er wird tatsächlich noch nicht fertig bedient sein, als ich den Laden verlasse.

Derf’s a bissal mehra sei?

Kundin Nummer 2 erweckt nun, nach dem Ausdruck von geschätzt hundert Seiten Vertragswerk, der Anfertigung mehrerer Kopien, die jeweils vom Drucker in der Ecke des Ladens – keineswegs eilig – abgeholt werden, der Unterfertigung der Schriftstücke und der Übergabe des neuen Handys, den Eindruck, dass es nach etwa 30 Minuten Stillstand wieder etwas vorwärts gehen könnte. Zwischenzeitlich hat eine Kundin auf Position 3 liegend aufgegeben und den Laden entnervt verlassen. Mehrere Kunden, die nach mir kommen, warten nur kurz und verlassen den Laden wieder. Nachdem alle Dokumente fertig zu sein scheinen, folgt der Gang zum Kassenschalter, wo die Dokumentenbarcodes einzeln gescannt werden müssen. Ok, jetzt ist sie aber gleich fertig! Vielleicht brauchen die anderen ja nicht so lange, rede ich mir ein. Aber weit gefehlt: die aufmerksame freundliche Mitarbeiterin erinnert die Kundin daran, dass sie sich ja noch eine Handy-Tasche aussuchen könne!

Ich fasse es nicht. Ich frage die Mitarbeiterin, ob ihr denn schon aufgefallen sei, dass die anderen Kunden in der Schlange seit fast einer halben Stunde warten, und ob es der Kundin nicht möglich sei, sich selbst ein Bild vom Angebot der Handy-Taschen zu machen? Nein, jeder Kunde wird hier umfassend beraten. Ob ihr denn klar sei, dass bereits Kunden den Laden verlassen hätten und andere gar nicht mehr in den Laden reingehen? Das interessiert sie nicht, immerhin würde ich ja auch ein Recht darauf haben, umfassend beraten zu werden. Ich verfluche den Typen, der mir die Sim gelöscht hat. Man kommt sich vor, wie in einer überfüllten Arztpraxis. Jeden nervt es, wenn er lange warten muss, aber wenn man selber dran ist, möchte man natürlich gerne maximale Aufmerksamkeit. Nur, dass ich gar keine Beratung brauche, sondern einfach nur einen Austausch der Sim-Karte.

Eine Frau mit Gehbehinderung und Krücken betritt den Laden. Sie bekommt, nachdem sie einen Mitarbeiter anspricht, einen Stuhl von einem Stapel angeboten, der gut versteckt in der Ecke steht. Jetzt fällt mir auf, dass im Laden gar keine Stühle aufgestellt sind. Angesichts des hohen Durchschnittsalters der Kunden, die offenbar genötigt sind, sich im Shop beraten zu lassen, unverständlich. Zudem wird es immer wärmer. Wasserspender Fehlanzeige.

Werde ich es an diesem Tag noch schaffen, meine Nano-Sim bei der freundlichen Telekom-Mitarbeiterin zu bekommen? Oder werde ich völlig ausgetrocknet in den Räumen der Telekom zusammenbrechen? Oder wird sich gar ein Aufstand der Wartenden formieren, der in einer Straßenschlacht eskaliert? Im Teil 3 folgt das Finale.

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3 Kommentare zu „“Unser Dankeschön für Ihr Verständnis” Teil 2

  1. Im Ernst?! Teil 3?!! Komme mir gerade vor, als würde ich 1 Stunde wartend in einem zu warmen Telekomladen stehen… *nervösmitdemfußaufdenbodentippel*

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  2. .. Fortsetzung .. kaum bist du an der Reihe, musst du unbedingt, just in diesem Moment, ganz dringend auf das stille Örtchen und den Laden fluchtartig ins nächstgelegene Café verlassen …

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