Amazon Prime – jetzt mal eben knapp 70 % teurer


Amazon Gemein
Jetzt nur noch 49 € statt 29 €

„wir freuen uns, Ihnen wichtige Verbesserungen und Neuerungen zu Ihrer Mitgliedschaft bei Amazon Prime mitteilen zu können. […] Und jetzt wird Amazon Prime noch besser. Ab dem 26. Februar umfasst Ihre Amazon Prime-Mitgliedschaft auch Amazons neuen Video Streaming Service Prime Instant Video.“

So wurde ich kürzlich von meinem Haus- und Hoflieferanten Amazon begrüßt und war natürlich erst einmal etwas skeptisch: Zugang zu über 12.000 digitalen Filmen und Serienepisoden, überall und so oft ich möchte, auf vielen beliebten Endgeräten, wie dem Kindle Fire, iPhone und iPad sowie Smart-TVs, Blu-ray Player und Spielekonsolen. Klingt ja erst einmal ganz gut.

Aber was kostet der Spaß? Nichts – so liest es sich. Aber man muss die E-Mail zuende lesen, und da steht dann: „Als Prime-Mitglied können Sie ab dem 26. Februar den Video Streaming Service ohne zusätzliche Kosten in Anspruch nehmen. Die Gebühr für Amazon Prime bleibt bis zur nächsten Verlängerung Ihrer Mitgliedschaft […] unverändert. Danach beträgt die jährliche Mitgliedschaftsgebühr nur 49 EUR.“

Erste Frage: was habe ich eigentlich vorher für Prime bezahlt? Nach einer kurzen Recherche ist es klar: 29 Euro kostete der Prime-Status jährlich, bei dem man sich versandkostenfrei beliefern lassen kann, und in der Regel bestellte Waren am nächsten Tag zugestellt bekommt. Jetzt also 49 Euro. Nun, dann probiere ich das doch mal aus. Auf dem iPhone ist die App schnell geladen und präsentiert sich komfortabel. Kurz mit dem Amazon Login registrieren und gut ist. Ab jetzt kann man Serien und Filme auf dem Smartphone gucken.

Die Ernüchterung folgt relativ schnell: die Filmauswahl ist alles andere als aktuell. Es gibt nur ganz wenige halbwegs aktuelle Titel, die eher den Charakter eines Köders haben. Andere interessante Filme sind nur gegen zusätzliche Bezahlung zu haben. Die Serien warten mit dem Titel Braking Bad auf – auch ein Köder. Da ich nur wenige Serien gucke, reizt mich das nicht sonderlich. Ansonsten ist das Serienangebot von dem der Privatsender kaum zu unterscheiden – insbesondere die Vielzahl an Comedy Titeln erweckt sehr stark den Eindruck, damit Masse zu schaffen, um mit Zahlen wie 12.000 Titel aufwarten zu können.

Beim Streamen auf das iPhone über WLAN fällt auf, dass die Verbindung immer wieder mal hängen bleibt. Das mag am Router oder Repeater liegen, nervt aber trotzdem irgendwie. Lustiger wäre es doch, das Angebot auf dem Fernseher über das LAN zu konsumieren. Mein TechniSat Gerät, das schon einigermaßen leistungsfähig ist (HbbTV) verweigert jedoch LoveFilm bzw. jetzt Amazon Instant Video den Dienst – das Gerät steht nicht auf der Kompatibilitätsliste von Amazon (http://www.amazon.de/gp/video/ontv/devices). Hier folgt die nächste Ernüchterung. Neben iPhone und iPad gibt es eine Liste mit zahlreichen LG-Fernsehern, die kompatibel sind, daneben noch zwei Samsung Geräte – das wars. Eine Anfrage bei TechniSat eröffnete kurz und knackig: „Amazon Instant Video arbeitet auf Basis eines weiteren DRM Systems (Digital Rights Management), das von unseren Geräten nicht unterstützt wird. Eine Anpassung unserer ISIO-Geräte ist nicht geplant. Wir unterstützen und konzentrieren uns hier auf MAXDOME.“

Bisher fand ich Prime gut und hätte es auch gerne weiterhin genutzt. Deshalb stellte ich an Amazon eine Anfrage, ob denn geplant sei, Prime abzukoppeln von Amazon Instant Video. Die Antwort von Amazon: „Leider ist es nicht möglich, einzelne Vorteile abzuwählen und somit einen geringeren Mitgliedsbeitrag zu zahlen. Die bisherige Prime Mitgliedschaft für 29 EUR ohne Prime Instant Video bieten wir nicht mehr an.“

Fassen wir es zusammen: man bekommt mit Prime für ursprünglich 29 Euro und jetzt 49 Euro zusätzlich Video on Demand. Allerdings unabhängig davon, ob man das Video-Angebot nutzen möchte/kann oder nicht. Wenn man Instant Video nicht nutzt, zahlt man 70 % mehr für die Versandoption. Ein Abwählen ist nicht möglich. Irgendwie fühle ich mich gerade zu etwas gezwungen, das ich eigentlich nicht gebrauchen kann. Mir bleibt die Wahl zähnknirschend das teurere Prime zu akzeptieren oder es zu kündigen. Letztere Option sollte von allen Prime Kunden, die sich gleichermaßen genötigt sehen, gewählt werden, um dem Unternehmen klar zu machen, dass das eigentlich nichts mit einer „wichtigen Verbesserung“ sondern mit einer massiven Preiserhöhung durch die Hintertür zu tun hat.

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