WhatsApp – wat soll’s, her mit Threema!


WhatsApp löschen
WhatsApp löschen

Das Netz ist im Aufruhr. Facebook kauft mal eben WhatsApp für schlappe 19 Mrd. $. Nun hat sich WhatsApp ja nicht gerade durch einen verantwortungsvollen Umgang mit den Nutzerdaten hervorgetan. Und jetzt kommt die Datenkrake Facebook daher und sammelt die WhatsApp Anwender und damit deren Kommunikationsdaten ein, um noch mehr Menschen auszuspionieren zu können. Doch es gibt (neben anderen) eine Alternative zu WhatsApp – und das ausgerechnet aus der Schweiz.

Ich hatte gute Gründe, vor etwa anderthalb Jahren Facebook den Rücken zu kehren. Meine Hoffnung war, dass die Facebook Aktie ein ähnliches Schicksal wie die T-Aktie erleiden würde. Das hat sich leider nicht erfüllt. Offenbar haben Sugarhill und Co. ihre Hausaufgaben gemacht, und insbesondere durch die mobile App einiges an Marktkapitalisierung generieren können. Wirklich besser geworden ist bei Facebook in puncto Datenschutz nichts, im Gegenteil: mit der Anwendung irischen Rechts aufgrund des Firmenstandorts wird das deutsche Datenschutzgesetz ausgehebelt. Die EU bekommt es nicht auf die Reihe, einen einheitlichen nach deutschem Vorbild definierten Datenschutz festzulegen.

Facebook entwickelt sich weiter zum Monopolisten

Das System Facebook finanziert sich primär aus den Werbeeinnahmen und aufgrund der großen Verbreitung lässt sich eine gute Reichweite erzielen. Das System funktioniert aber nur, solange Wachstum generiert werden kann. Die Grenzen des Wachstums (ein systemdynamischer Ansatz von J. Forrester, der im Bericht des Club of Rome verarbeitet wurde) kennen wir aber schon spätestens seit den frühen Siebzigerjahren. Irgendwann sind alle Instagrams und WhatsApps der Welt gekauft, das Monopol wird von Kartellwächtern zerschlagen und das Ganze wird sich hoffentlich auf ein normales Niveau einpendeln. Erstaunlich ist vielleicht nur, dass die Kartellwächter noch nicht ihre Bedenken angemeldet haben. Dabei ist die Entwicklungsrichtung vorhersehbar.

Nun gehört WhatsApp also zu Facebook. Natürlich erfahre ich nicht, was mit meinen Kommunikationsdaten aus der Vergangenheit bei WhatsApp passieren wird. Nun gut, die Halbwertszeit solcher Daten dürfte nicht sonderlich groß sein, und vermutlich werden Daten, die älter als ein Jahr sind, keine große Aussagekraft mehr haben. Aber es wäre schon interessant zu wissen, wie mit diesen Daten verfahren wird.

Verschlüsselung mit Threema

Doch zum Glück gibt es eine Alternative zu WhatsApp aus der Schweiz – das ist in sofern wieder spannend, weil die Schweizer uns ja erst kürzlich deutlich zu verstehen gegeben haben, was sie von der Armutszuwanderung aus Deutschland halten. Naja, aber wir wollen nicht so sein. Die App verspricht eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, so dass wirklich nur Sender und Empfänger die Nachricht lesen können, und  macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck.

Nach dem Kauf im iTunes-Store für 1,79€ ist die App schnell installiert. Als erstes wird ein zufälliger Schlüssel-Fingerabdruck generiert, in dem man mit dem Finger in einem Feld herumwischt. Anschließend wird die sog. Threema ID generiert (die ist besser lesbar als der Fingerprint) und kann er mit einer eigenen E-Mail-Adresse und / oder der eigenen Handy-Nummer verknüpft werden. Beides muss bestätigt werden (per E-Mail Authentifizierung bzw. per SMS in der ein sechsstelliger Sicherheitscode als Bestätigung eingegeben wird). Andere können einen nun mit der E-Mail-Adresse oder der Handy-Nummer finden. Ob man sein Adressbuch zum Herstellen der Kontakte verwenden lassen möchte, kann man selbst entscheiden. Zum Schluss wählt man noch einen Nickname und fertig.

Andere Kontakte können nun hinzugefügt werden, indem man die Threema ID manuell eingibt oder die ID des anderen Kontakts einscannt (das ist am sichersten, weil dadurch keine Man In The Middle Attack möglich ist). Außerdem lassen sich Freunde per SMS oder E-Mail einladen.  Da der Hersteller der App den Source Code seiner App nicht offen legt, bietet er ein sog. Validierungs-Log an, mit dessen Hilfe sich die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung überprüfen lassen soll.

Man wird abwarten müssen, wie viele Leute sich von WhatsApp abwenden werden und zu Threema überlaufen. Natürlich ist nicht ausgeschlossen, dass auch Threema sich bei großem Erfolg einer Datenkrake verkaufen wird. Aber dann wird es halt wieder Zeit Adieu zu sagen, und sich nach anderen hübschen Töchtern umzusehen.

Advertisements

Was meinst Du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s