Landtagswahl Bayern 2013 – Nichtwähler deutlich vor CSU


Landtagswahl Bayern2013
Landtagswahl Bayern2013

Es war spannend bis zum Schluss, aber nach der dritten Hochrechnung scheint es klar zu sein, dass die Nichtwähler in Bayern stärkste Kraft bleiben. Zwar hatten sie im Vergleich zu 2008 immerhin 6,6 Prozentpunkte verloren, können sich aber mit ca. 35,5 % deutlich vor der CSU, die nur auf 31,7 % kommt, behaupten. Wie sich aber schon bei der U18 Wahl andeutete, erhält die CSU dennoch die Mehrheit der Sitze im Landtag.

Bekanntermaßen entsenden die Nichtwähler keine Abgeordneten in den Bayerischen Landtag, weshalb sich die Sitze die anderen vier Parteien, CSU, SPD, Freie Wähler und Grüne, teilen. Alternativlos, so könnte man die Situation in Bayern fast bezeichnen. Die CSU kehrt damit nach Sitzen, wenn auch nicht nach realen Stimmanteilen unter den ca. 9,3 Millionen Wahlberechtigten in Bayern, zur absoluten Mehrheit im Landtag zurück. Die FDP fliegt nach einem kurzem Intermezzo wieder aus dem Landtag raus. Die Oppositionsparteien verlieren durch die Bank, die Piraten halten auch in Bayern nicht Einzug in den Landtag – trotz NSA.

Sowohl Freie Wähler als auch Grüne schaffen knapp die Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP wird irgendwo bei den Anderen verortet, liegt aber etwas vor den Piraten. Walter Krämer mag die FDP etwas trösten. Ist doch das Ausscheiden aus dem Landtag nichts anderes als die sog. Regression zum Mittelwert, wie Statistiker oftmals vergeblich insbesondere Politikern zu erklären versuchen. Den Nichtstatistikern sei das ganz einfach erklärt: nach dem Würfeln einer 6 ist die Wahrscheinlichkeit ein besseres Ergebnis zu würfeln praktisch Null. Eine weitere 6 hat eine Chance von 1:6, ein schlechteres Ergebnis dagegen 5:6. Nachdem die Liberalen in Bayern seit 1946 tatsächlich im Mittel bei 5,1 % (Median 5,4 %) bis 2008 erreicht haben, ist das heutige Ergebnis mit 3 % gegenüber den damaligen 8 % nur die Rückkehr zur Normalität.

U18 Wahl 2013 Bayern
U18 Wahl 2013 Bayern

Herr Seehofer behauptet, dass nahezu jeder zweite Bayer und jede zweite Bayerin CSU gewählt habe. Das ist natürlich nicht richtig. Zwar hat die CSU knapp 50 % der abgegebenen Stimmen, dennoch liegt die Wahlbeteiligung bei zwar erhöhten, aber dennoch nicht berauschenden 64,5 %. Damit verändert sich das Bild etwas zu Ungunsten der CSU, die tatsächlich weniger als ein Drittel der Stimmberechtigten erreichen konnte. Sieht man sich die vorläufigen Ergebnisse der U18-Wahl an, so zeigt sich doch zumindest eine CSU Mehrheit, allerdings auch, dass die FDP die Fünf-Prozent-Hürde hätte schaffen müssen.

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