Ein bisschen Krieg


Giftgas
Giftgas

Über 1000 Menschen sind in Syrien durch Giftgas ermordet worden. Giftgas, das in Syrien angeblich massenhaft lagert. Die Bilder im Fernsehen schockieren. Tote Babys, Frauen und Männer. Ich mag mir nicht vorstellen, was dort geschehen ist, betroffen zu sein, überlebt zu haben, das entsetzliche Leid gesehen zu haben. Angerichtet von Menschenhand.

Das Töten mit Giftgas ist seit den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts international geächtet. Doch mir mag sich nicht erschließen, was an Giftgas schlimmer sein soll als das Töten mit Atombomben, Splitterbomben, Napalm, biologischen Waffen, Tretminen, Drohnen oder Fernlenkwaffen. Soll damit der Eindruck erweckt werden, dass nur das Töten mit Chemiewaffen inhuman ist?

Wie gut, dass wir über eine Eingreiftruppe verfügen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, international für Recht und Ordnung zu sorgen. Und wie gut, dass sie zuletzt dazu gelernt haben. Heutzutage muss man ein Land nicht mehr besetzen und sich der Illusion hingeben, die eigene Vorstellung von Freiheit und Demokratie zur Not mit Waffengewalt durchzusetzen. Nein, heute sprechen wir von „Strafaktionen“. Schnell, gezielt, effektiv. Der Einsatz von Chemiewaffen darf von der Staatengemeinschaft nicht unbeantwortet bleiben. Und so gilt die Sorge in erster Linie nicht den betroffenen Menschen in Syrien, sondern dem Schmieden eines internationalen Bündnisses, der Sicherung der Finanzierung eines Militärschlags, bei dem wieder die modernsten Waffen zum Einsatz kommen können. Um mal eben mit einen kurzen schmerzvollen Militärschlag dem Herrn Assad ganz unmissverständlich klar zu machen, dass er unartig war, und dafür jetzt die Konsequenzen zu spüren bekommt.

Irgendwie erinnert mich das an etwas:

„Ein bisschen, ein bisschen, wir kennen ihn noch nicht. Ein bisschen, wir kennen ihn noch nicht. Wir wollen in den Krieg. Wir kennen ihn noch nicht. Für uns den größten, den besten, so dreckig wie noch nie. Wir wollen in den Krieg, wir wollen in den Krieg. Ein bisschen. Ein bisschen Krieg … für uns. Wir wollen in den Krieg. So dreckig wie noch nie. Ein bisschen Krieg, ein bisschen Krieg. Wir haben ihn verdient. Wir wollen in den Krieg.“

DAF Deutsch Amerikanische Freundschaft

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