Ein Dank den Befürwortern der 3. Startbahn


JazumNeinZur3.Startbahn
Ja zum Nein zur 3. Startbahn

Einen herzlichen Dank an alle Befürworter: ihr seid die wahren Helden! Die FMG und unser OB und die „große Mehrheit des Stadtrats“ sind sicher stolz auf euch. Wo sonst findet man so wackere Kämpfer, die so uneigennützig für eine Sache einstehen, von der sie selbst vermutlich nichts haben werden? Euer breites Wissen, eure Fachkompetenz in allen Bereichen der Ökonomie, Soziologie, Ökologie, Technologie, Demographie, der Fiskal- und Geldpolitik, des Lebens des Universums und des ganzen Rests empfiehlt euch für die höchsten Ämter dieses Freistaates! Erklärt uns auch weiterhin die Welt mit euren Weisheiten, eurem Weitblick, eurem Rechtsempfinden. Klärt all die Unwissenden auf, die Zweifler und Mahner, die Ewiggestrigen, die sich schon immer gegen alles was neu und besser ist zur Wehr setzten.

Die ewig Gestrigen

Höret nicht auf die Argumente der Gegner, denn es sind Unbelehrbare, Wachstumsungläubige, ignorante Stümper, die keine Ahnung von irgendwas haben. Denn ihr habt sie gefressen, die Weisheit, mit dem Löffel. Ihr habt das System durchschaut, ihr wisst, wie es funktioniert. Ihr habt alle Argumente, die für die Startbahn sprechen, gelesen, habt sie aufgesaugt und verinnerlicht, durch ständige Wiederholung zur Wahrheit deklariert, euch zum Werkzeug für eine gute Sache gemacht. Ihr habt viel Gutes und Neues gesagt, auch wenn das Gute nicht neu, und das Neue nicht gut war. Denn alles, was einfach zu erklären ist, sich durch Statistiken und Prognosen belegen wenn auch nicht beweisen lässt, muss auch richtig sein. Kommt nicht auf die Idee, zu hinterfragen welche Methoden und Prinzipien den sorgsam ausgewählten Modellen und Prognosen zugrunde liegen, damit sie in das Konzept passen. Stellt die Zahlen niemals in Frage. Denn auf was soll man sich denn noch verlassen, wenn nicht auf Zahlen, die so groß und schlüssig sind, dass sie gar nicht falsch sein können?

Wer wachsen will, muss leiden!

Es ist doch alles so einfach. Wachstum um des Wachstums willen! Wenn der Flughafen wächst, wächst alles mit: die Anzahl der Flugbewegungen, der Wohlstand, die Immobilienpreise, die Mieten, das Steueraufkommen, die Schulden, die Lärmbelästigung, die Anzahl der gesundheitlich Geschädigten, etc. pp. Das ist doch toll! Mehr ist mehr! Wo doch jeder weiß, dass sich selbst noch so negative Aspekte des wirtschaftlichen Wachstums positiv auf das Bruttoinlandsprodukt auswirken! Kann so viel Gutes wirklich schlecht sein? Es ist doch total genial, wenn wir im Wettbewerb der Regionen als Gewinner hervorgehen, um dann aus solidarischen Gründen die Verlierer wieder zu subventionieren. Aber dagegen kann man sich ja dann wieder zur Wehr setzen, sollen die Loser doch erst einmal ihre Hausaufgaben machen! Wo wäre wir denn heute in Deutschland, wenn wir in Zeiten der Industrialisierung auf die Menschen Rücksicht genommen hätten? Es wird Zeit, genau diese Errungenschaften den verwöhnten und verweichlichten Menschen, denen es nur um Gesundheit, Glück und Zufriedenheit geht, und die damit jeglichen wirtschaftlichen Interessen immer und immer wieder im Weg stehen, zu entreißen.

Das Hintertürchen bleibt immer offen

Und solltet ihr doch unrecht gehabt haben, liebe Befürworter, wovon natürlich überhaupt nicht auszugehen ist, (wer kann schon selbstgefällig und arrogant auftreten, wenn er nicht im Recht wäre?) dann weist darauf hin, dass ihr natürlich auch das bedacht hättet, wenn nicht etwas ganz Unwahrscheinliches eingetreten wäre, das zwar theoretisch, aber praktisch niemals eintreten hätte dürfen (wie zum Beispiel eine Dreifachkatastrophe in Fukushima). Weist jegliche Schuld von euch, es wird sich immer ein Umstand, eine Unwahrscheinlichkeit finden, die euch wiederum Recht gibt. Denn darum geht es doch: Recht zu haben und zu behalten. Das ist es, was uns die Klasse der Politiker von heute vorlebt: Es geht nicht um Inhalte, es geht darum gut auszusehen, sich aalglatt winden zu können, sein Fähnchen nach dem Wind auszurichten, alle Argumente so zu drehen, dass sie opportun erscheinen. Nun gut: dass es den Guttenberg, den Wulf und zuletzt den Röttgen erwischen musste, wo die doch scheinbar alles richtig gemacht hatten, könnte ein Hinweis darauf sein, dass wir mit diesen charakterlichen Eigenschaften vielleicht doch noch nicht gelernt haben, in deren Sinne umzugehen, sie so zu akzeptieren, wie sie sich als erfolgreiche Politiker präsentieren und wahrgenommen wissen möchten.

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