Das google+ Experiment: Vorerst gescheitert …


… um es mit den Worten unseres Ex-Ex-Ministers KTvuzG zu formulieren. Es könnte bei google+ noch ein Weilchen dauern, bis sich das Netzwerk etabliert. Das Hauptproblem von google+ ist, dass es zu wenige nutzen. Man kann sich heute schon kaum des Eindrucks erwehren, dass es sich bei den Betreibern Sozialer Netzwerke um die berühmten „grauen Herren“ in Michael Endes Roman Momo handelt, die den Menschen ihre Zeit stehlen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass wenige, die heute auf facebook ihre sozialen Kontakte vernetzt haben, das Ganze redundant in google+ unterhalten möchten – dazu fehlt schlicht die Zeit.

Der Start mit google+

Die ersten Einladungen zu google+ ignorierte ich. Als jedoch facebook sich genötigt sah, einen Rundumschlag in Sachen Funktionen und „verbesserter“ Freundeslisten zu starten, wurde mir das zusammen mit den bereits vorhandenen facebook-Unzulänglichkeiten zu blöd, und ich meldete einen Account bei google+ an, um mich dort mal umzuschauen.

Meinen Pseudonym-Account sperrte google+ dann sogleich, was nur durch Angabe einer Mobilrufnummer aufzuheben gewesen wäre. Nach vier Schreiben an google und einer sehr ausführlichen Erklärung, warum ich nicht bereit wäre, meine Handynummer bei google einzugeben, wurde die Sperre aufgehoben. Es kann natürlich auch sein, dass sie auf das Schreiben an Herrn Schindler reagiert hatten. Nun werde ich nur noch gelegentlich gebeten, freiwillig meine Telefonnummer zu hinterlegen, um bei einer Übernahme meines Accounts durch eine Phishing Attacke eine letzte Option zu haben.

google+ vs. facebook

facebook vs. google+
facebook vs. google+

Der Versuch, meine Kontakte in facebook nach google+ zu lotsen, war nur bedingt erfolgreich. Zwar waren einige dem Aufruf gefolgt, aber bis dato auf google+ wenig aktiv. Ich halte jedoch google+ in vielen Bereichen für das bessere Netzwerk. Das Kreisekonzept ist intuitiv, einfach handhabbar und leicht zu verwalten. Den Fotodienst von google, der aus dem google-Dienst Picasa, entspringt kann man nur als atemberaubend bezeichnen. Alleine die Qualität hochgeladener Bilder ist grandios – selbst ohne Nachbearbeitung. Wem es Spaß macht, der kann sich mal in den Bildbearbeitungsfunktionen von google+ verlieren. Auch die Accountverwaltung von google+ überzeugt durch Übersichtlichkeit und einfache Handhabbarkeit. Im Gegensatz zu facebook kann man Beiträge auch später noch editieren – Das war’s aber schon, was man an Positivem vermelden kann.

Allerdings möchte ich dezent darauf hinweisen, dass google+ erst seit wenigen Monaten online ist. Vielleicht ist der Zug mit facebook schon abgefahren, aber das Potential, das google+ hat, schätze ich wesentlich höher ein, als bei facebook. google+ ist konzeptionell ausgefeilter und kann sich im Gegensatz zu facebook auf etablierte Dienste wie Suchmaschine, Bilderdienst, Kalender, Docs, Mail, Blogs, Maps etc. stützen, die schon lange existieren. Bei facebook wirken Veränderungen als hastig und schlampig umgesetzt. Als Beispiel seien die Freundeslisten bei facebook genannt. Als google+ mit dem Kreiskonzept überzeugte, ging man bei facebook darauf ein und versuchte leidlich das bestehende Konzept aufzupeppen – aber Handling mit den Freundeslisten ist nach wie vor grottenschlecht.

Fazit

Warten wir ab, was 2012 bringt. google+ mag vorerst gescheitert sein, aber wenn das soziale Netzwerk durch Schnittstellen aufgewertet, und fehlende Funktionen ergänzt wurde, könnten über die nächsten fünf Jahre die Verhältnisse der Nutzerzahlen ganz anders aussehen. Totgesagte leben ja bekanntlich länger.

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