iPhone Headsets von Apple – ein einziges Ärgernis


Gerne wird Steve Jobs dahingehend zitiert, dass Hardware zusammen mit Software nicht nur richtig funktionieren, sondern auch gut aussehen müsse. Das gilt zweifelsohne für Apples Hardware im Allgemeinen, jedoch scheinbar nicht für das Apple Zubehör im Speziellen. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, es stellt sich aber die Frage, wie weit Design vor Gebrauchstauglichkeit gehen darf.

Ich zähle mich nicht zu den sog. Apple-Jüngern, die alles und jedes von Apple kaufen müssen, nur weil es besonders chic ist. Ja, ich habe derzeit das dritte iPhone (wenn ich die Reklamationen dazu zähle, dann sind es sogar fünf), weil das iPhone seinerzeit das erste vernünftige Smartphone auf dem Markt war. Auch besitze ich ein iPad der ersten Generation, aber im Gegensatz zum iPhone kann es mich nicht überzeugen. Es ist einfach furchtbar anstrengend damit zu arbeiten – genauer gesagt, es in der Hand zu halten und zu bedienen. Es ist zu schwer, es spielgelt, es rutscht, kurz: unpraktisch aber es sieht gut aus.

Von Anfang an empfand ich das Apple Zubehör als vergleichsweise hässlich, und hinsichtlich der Gebrauchstauglichkeit würde ich es mit ausreichend bis mangelhaft bewerten. Nicht weniger als vier Headsets von Apple habe ich in drei Jahren verschlissen, was aber weniger im unsachgemäßen Gebrauch, sondern viel mehr in den bei der Herstellung verwendeten Materialien begründet liegt.

Sich auflösende Ohrhörerpolsterungen

Apple Ohrhörer: Neu - Gebraucht
Im Laufe der Zeit lösen sich die Kunststoffe - nicht nur durch Körpersäfte bedingt - auf

Die mit dem iPhone und dem iPod (Touch) mitgelieferten Ohrhörer sind alles andere als ergonomisch. Davon abgesehen, dass es immer schwierig sein dürfte, einen für das eigene Ohr angepassten Ohrhörer zu bekommen, zeichnen sich die von Apple besonders dadurch aus, dass sie praktisch permanent herausfallen und die Umgebung mehr hört als man selbst. Anders als andere Hersteller setzte Apple von Anfang an nicht auf auswechselbare, hygienische Headset Ohrkissen aus Schaumstoff (vermutlich, weil es die nicht in weiß gibt), sondern konstruierte einen Ohrhörer, bei dem ein gummiartiger Kunststoff fest mit dem Hartplastik verbunden ist. Nachteil an diesem Kunststoff: er zersetzt sich durch die Einwirkung von Körpersäften und löst sich im Laufe der Zeit einfach auf. Der Fairness halber muss dazu gesagt werden, dass sich der Einsatz bestimmter Kunststoffe, die sich nicht auflösen würden, aus allergologischer Sicht verbietet. Zur Not muss also ein Schaumstoff Ohrkissen herhalten – für echte Apple Jünger dürfte das ein Sakrileg sein.

Ineffektiver Kabelknickschutz

Schlecht designter Knickschutz
Nicht nur die Headsets "glänzen" durch fehlenden oder nicht funktionalen Knickschutz

Es gibt einige Stellen am Headset, wo das Kabel unterbrochen ist und mehr oder weniger stark Belastungen ausgesetzt ist. Am stärksten ist das Kabel direkt am Klinkenstecker belastet, da es häufig beim Aufwickeln nicht ausgesteckt wird. Der Kabelknickschutz bei Apple Headsets ist besonders schlecht ausgeprägt – dies gilt im Übrigen nicht nur für das Apple Headset, sondern auch und insbesondere für das Apple USB-Ladekabel. Beim Headset sind Auflösungserscheinungen, die aber nicht direkt mit Körpersäften in der Verbindung gebracht werden können, entscheidend. Beim USB-Kabel ist es schlicht eine schlechte Konstruktion. Sobald der Knickschutz fehlt, ist es eine Frage der Zeit, wann das Kabel kaputt geht.

Fehleranfälliges Mikro / Lautstärkeregelung

Fernbedienung und verlorener Knickschutz am Ohrstöpsel
"Glänzende" eckige Fernbedienung und verlorener Knickschutz am Ohrstöpsel

Das beim ersten iPhone beiliegende Headset war mit einem Mikro mit integrierter Anrufannahmefunktion ausgestattet. Die Qualität des Mikros war seinerzeit miserabel. Es hat nicht sehr lange gedauert, bis dieses Teil den Dienst aufgegeben hat. Als Ersatz kaufte ich dann die In-Ear-Variante des Apple Headsets, das mit Lautstärkeregelung ausgestattet ist. Ein feines Justieren der Lautstärke war damit von Anfang an nicht möglich, später fiel zunächst die Lautstärkeregulierung, dann auch die Funktion zum Anruf annehmen aus. Weiterhin ist zu sagen, dass insbesondere die kantige Ausführung der Fernbedienung oftmals dazu führt, dass beim Bewegen des Kopfes das Teil am Hemdkragen oder Knopflöchern etc. hängen bleibt, und damit den Ohrhörer herauszieht – sehr lästig.

Fehlkonstruktion beim In-Ear Headset

Fehlkonstruktion der In-Ear Ohrhörer
Durch die Fehlkonstruktion der In-Ear Ohrhörer hält kein Silikon Ohrstöpsel auf Dauer

Als ich mich im Apple Store um ein alternatives Headset umschaute, stellte ich fest, dass es kein Headset von Drittherstellern mit integriertem Mikrofon gibt, das unter 70 Euro zu haben ist. Damals entschied ich mich dann für die In-Ear Variante des Apple Headsets. Das größte Ärgernis dieses Headsets sind die auswechselbaren Silikon Ohrstöpsel. Dem Headset liegen genau sechs Stück in drei unterschiedlichen Größen bei. Nachkauf der Ohrstöpsel? Fehlanzeige! Einmal habe ich die Silikon Ohrstöpsel im Online Store gefunden – 6 Stück in drei Größen für schlappe 18 Euro! Im Apple Online-Store wird diskutiert, dass es sie online nicht gäbe. Dies ist umso ärgerlicher, als die Ohrstöpsel eine totale Fehlkonstruktion sind, sprich, man verliert sie ständig, weil sie nicht ordentlich befestigt sind. Das Headset von Sennheiser (z.B. das Sennheiser MM 50) ist Beweis dafür, dass die Silikon Ohrstöpsel auch so konstruiert sein können, dass Sie nicht verloren gehen und trotzdem auswechselbar sind. Nachdem ich 5 Ohrstöpsel des Apple Headset verloren habe, war es neben anderen Unzulänglichkeiten wieder einmal unbrauchbar geworden.

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